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Die Osnabrücker 1.-Mai-Streetparade ist ein öffentliches Ereignis und mensch wird wissen wollen, was wir da eigentlich machen und warum wir feiernd und tanzend durch die Straßen ziehen und was wir uns davon erhoffen. Damit all die Menschen, die uns während der Streetparade über den Weg laufen, nicht einfach ratlos und kopfschüttelnd weitergehen, haben wir Handzettel vorbereitet, die wir ihnen in die Hand drücken werden:
gemeinsam kämpfen, lieben, feiern! - Radical-Peace-Parade - gemeinsam kämpfen lieben feiern!
WAS SOLL DENN DAS?
Du fragst Dich: “Was soll denn das? - Was wollen all diese Tanzenden in den Straßen von Osnabrück?”
Wir wollen an etwas erinnern und auf etwas verweisen - ein noch zu verwirklichendes Projekt, das uns unter den Nägeln brennt.
Seit den Anfängen der kapitalistischen Wirtschaftsweise brachten und bringen bis heute Arbeitsteilung, Rationalisierung und Automatisierung enormen gesellschaftlichen Reichtum hervor. Der Widerspruch, dass die Menschen , die den gesellschaftlichen Reichtum mit ihrer täglichen Arbeit produzierten, ungleich weniger an ihm teilhatten als die, die ihn als ihr Eigentum verwalten, brachte eine neue zutiefst ungerechte Gesellschaftsordnung hervor.
Es regten sich Versuche, die Frage der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums auf breitere Füße zu stellen. Von Forderungen nach gerechtem Lohn und politischen Reformen bis hin zu Versuchen, eine demokratischere, politischere ökonomische Ordnung zu etablieren, formierte sich die Arbeiterbewegung. In diesen Kämpfen kam es am 1. Mai 1886 in Chicago zu einem mehrtägigen Streik der von der Polizei brutal nieder geschlagen und geschossen wurde.
Um diesen Ereignissen zu gedenken und als internationaler Tag für soziale und politische Kämpfe wurde der 1. Mai von da an der “Kampftag der internationalen Arbeiterklasse”. Heute ist diese ArbeiterInnenklasse längst keine präsente politische Macht mehr. Ihre früheren Organisationen haben ihr Gebiss an den Nagel gehängt und üben sich in sozialpartnerschaftlichem Stillhalten. Die ArbeiterInnen selber haben ihre Schäfchen mit Eigenheim und Mallorca-Urlaub ins Trockene gebracht. Die Welt ist zwar insgesamt reicher geworden, das hat jedoch nicht dazu geführt, dass dieser gigantische Reichtum allen zur Verfügung steht. Überall auf der Welt gibt es immer noch Menschen, die an diesem Reichtum nicht teilhaben können. Wer ein paar Krümel vom Kuchen will und nicht über Kapital verfügt, der muss lohnarbeiten. Die Menschen werden über die Lohnarbeit, von der ihre (soziale) Existenz abhängt, in Konkurrenz zueinander gesetzt. So wird ein alltäglicher Krieg Aller gegen Alle geschaffen. Dieser soziale Krieg wurzelt in der immer noch ungleichen Verteilung von Wohlstand, Macht und Entfaltungsmöglichkeiten.
Ein Radical Peace, also ein Frieden, der bis zur Wurzel reicht, ist nur möglich, wo diese Ungleichheit aufgehoben wird!
Wir sind heute hier auf der Straße, um laut mit heiterer Musik an das bitter Notwendige zu erinnern, ein längst noch nicht abgegoltenes Projekt! Das Projekt der ökonomischen-, sozialen-, und politischen Emanzipation der gesamten Menschheit, das von uns Menschen noch verwirklicht werden muss!
Aber wer wird das machen?
Wer wird die Welt verändern? - Die, denen sie nicht gefällt!
Und gefällt es Dir in dieser Realität?
Nein?
Dann:
Let´s get organized
for the soical revolution,
for a radical peace!
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